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Geschichtstag der Klasse 10c

Unseren Geschichtstag am 21.02.2012 verbrachten wir in der Gedenkstätte „Roter Ochse“. Wir trafen uns 8:45 Uhr vor dem Haupteingang der Gedenkstätte, wo wir freundlich von einer Mitarbeiterin empfangen wurden. Im Anschluss hörten wir einen Vortrag. In diesem erfuhren wir zu Beginn viel über die Geschichte der Gedenkstätte, des eigentlichen Gefängnisses, aber auch zum Thema MfS. Dieser Vortrag wurde mit großem Interesse von der Klasse verfolgt und das erlangte Wissen konnte in der späteren Gruppenarbeit gut zur Anwendung gebracht werden. Nach einer kurzen erholsamen Pause schauten wir den Film „Ein Volk unter Verdacht - Die Staatssicherheit der DDR“. Der Film zeigte uns schockierende Einzelfälle, die uns sehr nah gingen. Für uns war es oft nicht verständlich, warum das MfS so genau vorging und alles bis ins Detail dokumentierte. Jedes Gespräch und jede Handlung wurde gezielt beobachtet und verschriftlicht. Menschengruppen, die heute selbstverständlich sind, wie zum Beispiel Punks, waren damals in den Augen des MfS Systemkritiker, die durch die harten unmenschlichen Stasi-Methoden bestraft wurden. Auch die Größe des MfS fanden wir beeindruckend. Neben den 190.000 Mitarbeitern gab es außerdem die sogenannten IM’s, die sich in das private Umfeld der zu beobachtenden Personen einschleusten und deren Vertrauen ausnutzen, um sie unbemerkt beobachten zu können. Dies hatte zur Folge, dass ein DDR-Bürger sich nie sicher sein konnte, wem er vertrauen konnte. Nach diesem informativen Film hatten wir die Möglichkeit in Zweiergruppen an Staatssicherheitsakten zu arbeiten. So konnten wir noch mal spezifischer Einzelfälle betrachten und so einen realitätsnahen Eindruck von den damaligen Überwachungsstrategien der Staatssicherheit und den manipulativen Manövern bekommen. Unsere gewonnenen Erkenntnisse aus der Recherche brachte jede Zweiergruppe auf ein Plakat und präsentierte dieses. Im Anschluss wurde es ermöglicht, dass wir uns die Ausstellungsräume ansehen konnten, wodurch wir Vorstellungen von der beklemmenden Atmosphäre der Zellen sowie der Vernehmungszimmer gewinnen konnten. Durch diesen Tag erlangten wir viele neue Erkenntnisse, welche oft sehr schockierend waren, aber bei allen auf großes Interesse stießen. Im Ganzen hat dieser Tag uns sehr gut gefallen und geholfen, dass wir uns nun besser in die Situation eines DDR-Bürgers hinein versetzen können und die Problematik des MfS besser verstehen.