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Geschichtstag der Klasse 10a in Berlin, Hohenschönhausen

Einen sehr erkenntnisreichen und spannenden Tag erlebten wir am 22.03.2012 in der Gedenkstätte  Hohenschönhausen, wo wir die frühere zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) gezeigt und erklärt bekamen.Hierfür reisten wir 2 Stunden lang mit einem Kleinbus nach Berlin, wo wir gleich von Mitarbeitern herzlich begrüßt wurden. In der ehemaligen Haftanstalt der Stasi wurde uns Dietmar Sarafin vorgestellt. Er war ein ehemaliger Häftling und konnte uns somit zum Beispiel die damaligen Lebensverhältnisse oder den Alltag in der Untersuchungshaft sehr gut vermitteln. Außerdem hielt einer der Mitarbeiter noch einen einleitenden Vortrag über Allgemeines zur Stasi. So frischte er noch einmal schon vorhandenes Wissen auf und gab uns einen guten Einstieg für das nun Folgende. Daraufhin führte uns Herr Sarafin auf das ehemalige Untersuchungshaftgelände, wo wir als erstes das Haftkrankenhaus zu sehen bekamen. Weiterhin ging es für uns in das so genannte „U – Boot“, welches ein unterirdischer Zellentrakt der sowjetischen Besatzungsmächte war. In ihm sollten zum Beispiel in Wasserzellen Geständnisse von Gefangenen erpresst werden. Dann ging es in den eigentlichen Stasi – Zellentrakt, welcher uns durch die persönlichen  Erlebnisse des Herrn Sarafin sehr nahe gebracht und auch sehr gut erklärt wurde. So erfuhr man z.B. auch, wie man sich unter den Häftlingen verständigte, was teilweise sehr ausgefallen war.So bekam man auch einmal einen völlig anderen Blickwinkel auf das recht umfangreiche Geschichtsthema, als wenn man es nur theoretisch im Unterricht von einem Geschichtslehrer erklärt bekommt. Nach der Mittagspause ging es in eine 90 minütige Gruppenarbeit, in welcher wir verschiedene Fragestellungen in Sachen Ministerium für Staatssicherheit und das Leben in der Diktatur der DDR aus Materialien erarbeiten sollten. Hierbei fanden es alle Gruppen schade, dass man dies nicht aus verschiedenen Quelltexten von Zeitzeugen ausarbeiten konnte, sondern normale Lehrbuchtexte für diese Arbeit vorgelegt bekam. Trotzdem haben alle Gruppen das Beste daraus gemacht und es sind sehr anschauliche Vorträge und Plakate entstanden. Insgesamt war es ein sehr aufschlussreicher und informativer Tag, welcher uns die Willkürlichkeit der Stasi sehr nahe brachte und an manchen Stellen sehr berührend war. Am Ende bedankten wir uns alle bei den Mitarbeitern und dem Zeitzeugen Herrn Sarafin und versuchten die unzähligen gesammelten Eindrücke erst einmal zu verarbeiten. Aus unserer Sicht sollte dieser Ausflug Pflicht für die oberen Schuljahrgänge sein, da man dieses Thema nicht anschaulicher und umfangreicher vorgestellt bekommen kann.