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Tag der Verkehrssicherheit

Zwei Schülerinnen der 11. Klassenstufe des Gymnasium Landsbergs sitzen kreischend in einem Auto. Der PKW überschlägt sich mehrfach und bleibt schließlich auf dem Dach liegen. „Und wie kommen wir jetzt hier raus?“, möchten sie wissen.

Die Antwort kennen die Vertreter von der Landesverkehrswacht Sachen-Anhalt in Magdeburg sowie Frau Ledig von der Polizeidirektion des Saalekreises Merseburg. Sie sind trotz der bedrohlichen Hochwasserlage in Sachen-Anhalt mit großer Technik angereist, um die Schüler der 11. Klassenstufe beim traditionellen Tag der Verkehrssicherheit auf solche und ähnliche Fälle vorzubereiten.

Wie steige ich aus einem Auto, das auf dem Dach liegt? Wie lang ist mein Anhalteweg in Abhängigkeit von meiner Geschwindigkeit, meiner Reaktionszeit und der Witterung? Wie fühlt es sich an, Motorrad oder Auto zu fahren?

All das können die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von realitätsnahen Simulatoren ausprobieren, teilweise mit erschreckendem Ergebnis:

Einige Elftklässler und Elftklässlerinnen, die bereits eine Fahrerlaubnis besitzen, dürfen eine Autofahrt mit einem Alkoholspiegel von 0,8 Promille simulieren. Nicht wenige kommen dabei virtuell von der Fahrbahn ab oder haben sogar einen Unfall.

Wie sehr schon geringe Mengen Alkohol die Wahrnehmung eines Menschen beeinträchtigen können, zeigt sich auch an einem Slalomparcours mit anschließendem „Ringewerfen“, welcher mit Brillen absolviert wird, die einen Alkoholspiegel von 0,8 Promille beziehungsweise 1,3 Promille simulieren. Während einige schon bei 0,8 Promille Probleme mit ihrem Gleichgewicht haben, schlendern andere mit der „1,3-Promille-Brille“ durch den Parcours, als würden sie einen kleinen Spaziergang machen.

Doch schon an der nächsten Station wird wieder einmal deutlich, wie gefährlich Alkohol im Straßenverkehr sein kann.

In einem Aufprallsimulator soll man auf Signal eine Vollbremsung machen. Wer zu spät oder gar nicht bremst, erfährt nun am eigenen Leib, wie schmerzhaft solch ein Aufprall selbst bei geringer Geschwindigkeit sein kann.

Auch deshalb liegen an einem kleinen Informationsstand Flyer aus, die unter anderem das Fahrradfahren mit Helm empfehlen.

Doch zurück zu dem sich mehrfach überschlagenden PKW: Selbst wenn die Insassen in solchen Situationen Glück haben und heil davon kommen, ist es wahrscheinlich, dass das Auto größere Schäden davon trägt.

Welche Arten von Schäden von der Versicherung getragen werden und welche Arten von Versicherungen ein Autofahrer besitzen sollte, erklärt Herr Freiberg von der Verkehrswacht Salzmünde.

Über das Verkehrsrecht erfahren die Schülerinnen und Schüler mehr vom Rechtsanwalt Herrn Zabel, ebenfalls von der Verkehrswacht Salzmünde, zu der auch die Verantwortliche, Frau Kalbitz, zählt.

Wie viel Alkohol darf ich im Blut haben, um noch Auto oder Fahrrad fahren zu dürfen? Welche Konsequenzen kann es haben, wenn ich unter Alkoholeinfluss einen Unfall verursache? Ab wann begehe ich sogar eine Straftat? Einige der Antworten auf diese Fragen sind sehr überraschend und unerwartet...

Doch am Rande des großen Themas „Verkehrssicherheit“ ist auch noch Platz für Herrn Müller von der Polizei Merseburg, der den Elfklässlern und Elftklässlerinnen den Beruf eines Polizisten näher bringt, indem er ihnen die Polizeistrukturen Sachen-Anhalts, die Anforderungen an einen Polizisten sowie mögliche Aufgaben eines Polizeibeamten erklärt.

 

 

Am Ende des Tages bleibt die Erkenntnis, dass die Beteiligung am Straßenverkehr eine sehr praktische uns Spaß bringende Angelegenheit sein kann, aber nur so lange, wie jeder auf den anderen Rücksicht nimmt und selbst versucht, das Risiko eines Unfalls so gering wie möglich zu halten.

 

Die Lehrer und Schüler der elften Klassen des Gymnasiums Landsberg bedanken sich bei den Verantwortlichen für die Unterstützung und die interessante Gestaltung des Tages.

 

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