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Methodentraining im Geographieunterricht – Gesteinsbestimmung am Kapellenberg Landsberg

Unser Schulstandort befindet sich nur ein paar Schritte vom Kapellenberg entfernt. Doch was wissen wir über seine Entstehung und Zusammensetzung? In einem Unterrichtsgang im Fach Geographie haben sich die Schülerinnen und Schüler der achten Klasse in einen Teil der Porphyrkuppenlandschaft des nördlichen Saalekreises begeben. Der Kappellenberg überragt mit seiner Höhe von 148 m die Kuppen der Umgebung. Seine steilen Hänge lassen einen Blick über die freie und unbebaute Umgebung bis zur höchsten Erhebung zu.Ein Blick von oben lässt die flachwellige Ackerlandschaft und einzelne Siedlungen erkennen. Doch drei Erhebungen bis hinüber zum Petersberg fallen nun deutlich heraus. In westlicher Richtung gesehen sind der Gützer Berg, der Pfarrberg und der Spitzberg  als sogenannte Porphyrkuppen der Halleschen Vulkanitregion auszumachen. Vor mehr als 300 Millionen Jahren herrschte hier eine rege vulkanische Aktivität. Der Landsberger Porphyr ist Zeugnis der langen Erdgeschichte in unserem Heimatraum.Der rote Porphyr wird zum Gegenstand der Gesteinsbestimmung. Die Schülerinnen und Schüler können mitgebrachte Handstücke mit den Felsen hinsichtlich Gefüge und Mineralbestand vergleichen. Anschließend werden die Korngrößen skizziert und die Komponenten bestimmt. Farbe und Glanz der Handstücke setzen den Merkspruch „Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess ich nimmer.“ um. Unser Porphyr ist eine feinkristalline, rote Form des Granit – also ein magmatisches Produkt. Mit einfachen Geräten werden die Härte und Spaltbarkeit des Gesteins getestet. Durch die engen Einsprenglinge entsteht eine große Härte und Haltbarkeit. Das Gestein ist widerstandsfähig und eignet sich deshalb für den Straßen- und Hausbau oder Mauerwerk. Schließlich haben Wind, Regen, Sonne und Eis dieses Gestein auch kaum verändert!Die Hänge sind dicht bewachsen. Die vielfältige Vegetation ist Lebensraum besonders geschützter Tier- und Pflanzenarten. Käfer, Schmetterlinge, Libellen, Neuntöter, Pirol, Weidenmeise haben sich in Scharfgarbe, Felsen-Goldstern, Buntem Vergissmeinnicht und Kleinem Knabenkraut eingenistet.Der Kapellenberg ist ein Ausschnitt des Halleschen Porphyrkomplexes und zugleich Teil im Landschaftsschutzgebiet Petersberg.  Neben diesen geographischen Untersuchungen vor Ort wird der Kapellenberg mit der weithin sichtbaren Doppelkapelle auch in den Fächern Kunst, Biologie, Geschichte, Religion und Sport während der Unterrichtszeit erkundet.

 

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