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Nachruf

Mit dem Tod unseres Kollegen Synold Klein hat das Kollegium am Gymnasium Landsberg einen außerordentlichen Verlust zu verschmerzen. Dies erklärt sich zum einen durch seine starke Ausstrahlung als Persönlichkeit, besonders seine gelebte Toleranz, an der jeder teilhaben konnte, wenn er mit Synold Klein ins Gespräch kam. Zum anderen ist das Außerordentliche des Verlusts dadurch zu erklären, dass er unter anderen Umständen gar nicht unser Kollege geworden wäre: Synold Klein ist von Beruf Maler und Grafiker – ein ausgewiesener Fachmann auf seinem Gebiet – oder wie er gern sagte: gar kein richtiger Lehrer. Zu seinem eigentlichen Beruf hat er sich niemals in sein Atelier zurückgezogen, sondern fühlte sich immer zu anderen Menschen hingezogen, auch zu Heranwachsenden, hat er doch selbst Söhne mit seiner Frau Heidi. Und so war es nicht verwunderlich, dass er die Arbeit als AG-Leiter an Freizeiteinrichtungen in Halle-Neustadt übernahm, um besonders interessierte Kinder mit seiner unnachahmlichen Art und Weise in die Welt der Kunst zu entführen: ImInneren zutiefst bescheiden, nach außen voller Bewunderung für die Zeugen der Kunstgeschichte. Diese Fähigkeit zu faszinieren übertrug er auch in sein neues Betätigungsfeld, als er vor 20 Jahren anfing, als Freizeitpädagoge in Halle-Neustadt zu arbeiten. Dabei erschloss er sich mit seinen Schülern neue Dimensionen: Ganze Wände wurden mit Motiven untergegangener Kulturen gestaltet. Mit Begeisterung sprach er davon, dass auch er von den jungen Leuten lernen konnte. Mit diesen Erfolgen im Rücken muss er Mut geschöpft haben, den nächsten Schritt zu gehen: Am Gymnasium Landsberg trat er erstmals eine Stelle als Kunsterzieher an und stellte sich der Herausforderung, nicht nur mit besonders interessierten Schülern zu arbeiten und das im Zeittakt des Schulalltages. Und es gelang ihm, seine nur ihm eigenen Qualitäten in den Kunsterziehungsunterricht einzubringen.

Die Reaktionen seiner Schüler belegen es auf beeindruckende Art und Weise. Synold Klein beschränkte seine Arbeit in und mit der Fachschaft nicht auf den konventionellen Unterricht. Landsberger konnten dies nicht nur in der Gützer Kirche erfahren.

Überall, wo er sich einbrachte, hat er die gleichen Spuren von Begeisterung für das eigene Fach gepaart mit warmherziger Menschlichkeit hinterlassen. Es verbleibt uns, diese Spuren in unserem Gedächtnis und in Ehren zu halten.

 

Das Kollegium des Gymnasiums Landsberg

Oktober 2014