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Schriftstellerlesung bei den 12. Klassen – Tanja Stupar-Trifunovic' und Cornelia Marks

Am 05. November 2015 besuchte uns – die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 12 mitsamt Frau Rudolph, Frau Voigt und Frau Schlosser – die Schriftstellerin Tanja Stupar-Trifunovic'. Ihre Verstärkung stellte Cornelia Marks, eine freiberufliche Übersetzerin, Autorin und Lektorin, die unseren ausschließlich Serbisch sprechenden Gast übersetzte. Innerhalb der InterLese-Veranstaltung des Friedrich-Bödecker-Kreises im Rahmen der 5. Saalekreis-Literaturtage waren sie nun am Gymnasium Landsberg.


Zunächst wurden wir kurz mit dem Lebenslauf der Schriftstellerin und Redakteurin vertraut gemacht: Tanja Stupar-Trifunovic', 1977 in Zadar, Kroatien, an der dalmatinischen Adriaküste geboren, hat bereits einen Roman sowie eine Vielzahl von Gedichten geschrieben. Während der Lesung hörten wir mehrere solcher Gedichte, jeweils zunächst in serbischer Sprache und anschließend auf Deutsch. Serbisch klingt für uns sehr fremd und vor allem anders – Schüleraussagen zufolge „wie Mathe“ – war aber trotzdem sehr interessant zu hören. Gedichte verfasste Stupar-Trifunovic' schon als Kind; die Welt erschien ihr damals unerklärlich, so konnte sie dies zum Ausdruck bringen. Ihren Roman hingegen hat sie erst sehr spät geschrieben – hierfür war „ein bisschen mehr Lebenserfahrung nötig“. Der in drei Jahren fertig gestellte Roman „Die Uhren im Zimmer meiner Mutter“ beschreibt das Verhältnis von Müttern und Töchtern. Die daraus rezitierte Textstelle klang für uns etwas düster.


Die Vorlesung bestand aus einer gekonnten Abwechslung von Gedichten, dem Romanauszug sowie Fragen der Zuhörer. Unter diesen waren viele Klassiker dabei: Was inspiriert Sie am meisten? Das ganze Leben, vor allem Situationen mit Menschen. – Was sind für Sie schlechte Themen? Es gibt keine schlechten Themen. – Wie oft schreiben Sie? Sie hat eine Tochter, welche viele Verpflichtungen mit sich bringt, trotzdem schreibt sie jede Woche etwas.


Bezüglich der schwierigen Geschichte Bosnien-Herzegowinas fühlt sie sich erschöpft; wenn sie über diese Thematik schreibt, benutzt sie häufig Ironie. In ihren Gedichten und dem Roman versucht sie, eine Verbindung zwischen ernsten und lustigen Themen zu schaffen, damit es nicht langweilig wird.

Vorbilder für sie sind Hermann Hesse, die lateinamerikanische Literatur sowie der portugiesische Dichter Fernando Passoa.


Die nun in Bosnien-Herzegowina lebende Schriftstellerin erzählte weiterhin, dass, wenn man die private Welt eines anderen begreife, sich auch selbst besser verstehe – deshalb finde sie speziell Lyrik sehr gut; hier werde mit wenigen Worten viel ausgesagt.

Die Themen, die die uns vorgelesenen Gedichte behandelten, waren nicht immer eindeutig verständlich – was vielleicht auch an der Übersetzung lag; es gibt einige Formulierungen, die in einer bestimmten Sprache schlichtweg schöner klingen. (Wir konnten hier nun nicht nachvollziehen, inwieweit das Serbische dem Inhalt besser gerecht wird.) Trotzdem war es eine interessante Begegnung und obwohl nicht alle Schüler wirklich einen Zugang zu den Themen finden konnten, fanden wir vor allem die Fragerunde sehr aufschlussreich – es ist immer wieder spannend, sich mit einem Menschen über seinen Beruf, sein Leben und was ihn bzw. sie inspiriert, auszutauschen. Außerdem hört man nicht jeden Tag jemanden Serbisch sprechen.

 

 

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