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Geschichtsprojekt des Landsberger Gymnasiums der 11ten Klassen

Rede zur Eröffnung der AusstellungSehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Lehrer, Eltern und Verwandte, liebe Kulturinteressierte,

wir, die Klasse 11b des Gymnasiums Landsberg, möchten sie recht herzlich hier, kurz vor dem 20jährigen Jubiläum des Mauerfalls, im Landsberger Heimatmuseum Bernhard Brühl zu unserer Ausstellung „Auf der Spurensuche der DDR“ begrüßen. Wir möchten Sie zu einer Zeitreise durch die DDR-Geschichte einladen, alte Erinnerungen wecken und mit Ihnen teilen.
Spurensuche DDR – was kann sich die Jugend von heute darunter vorstellen? Können wir uns überhaupt vorstellen, wie die Zeit aussah, in der unsere Großeltern und Eltern lebten? Kann man sich etwas vorstellen, was man nur aus Erzählungen und von Bildern kennt!?
Jeder verband bestimmte Assoziationen mit dem Begriff DDR– das hatte schon jeder oft gehört, und auch der Ost – Westkonflikt der Bevölkerung ging nicht spurlos an uns vorbei. Im Geschichtsunterricht lernten wir die Politik und Wirtschaft näher kennen. Doch wir wollten wissen, was die Menschen hier in unserer Heimat rund um Landsberg damals bewegte, wie das Leben eines DDR-Bürgers ausgesehen hat, wie unsere Eltern ihre Kindheit und Jugend verlebten. So fingen wir in der 10. Klasse an, ein Projekt aufzuziehen, welches uns dies näher bringen sollte. Mit Herrn Dr. Werner- Bendtke starteten wir unsere Zeitreise, auch wenn wir nicht wirklich wussten, was uns erwartete und wohin sie führte.
Wir überlegten uns Themen, die es sich zu beleuchten lohnt, zu denen wir uns genügend Wissen aneignen konnten und welche unserer Zielstellung am nächsten kam. Nach unseren Vorüberlegungen teilten wir uns in Gruppen von je 2-5 Schülern, die jeweils ihr gewähltes Thema bearbeiteten und selbst organisierten. Jeder Gruppe stand entweder eine Glasvitrine oder Bilderrahmen zur Verfügung, die selbst gestaltet werden konnten.
Unsere Themen reichen von der Schulzeit, über die Arbeit und Freizeitgestaltung bis hin zu den Auszeichnungen der DDR, die ein Bürger für Außerordentliches erhielt. Des Weiteren sind die Themen Stadtentwicklung der Stadt Landsberg und die eher allgemeinen Themen Wirtschaft und Politik, speziell Parteien und Massenorganisationen, vertreten. Und zu guter Letzt das, was die DDR vermutlich ausmachte , Feiern und Feste.
In Klasse 11 begann unsere Arbeit damit, dass wir unsere Wohnungen sowie die unserer Verwandten und Bekannten nach nützlichen Informationsmaterialien durchstöberten. Um weiter zu arbeiten, überarbeiteten wir Darstellungen, deren Informationen wir aus  der Fachliteratur oder dem Internet gewannen. Doch auch das reichte uns nicht. Wir wollten nicht primär das wissen, was in den Büchern steht, sondern welche Eindrücke und Erfahrungen unsere Eltern besitzen, so, wie sie die Zeit empfunden haben.
Sebastian wird Ihnen jetzt einen Einblick in das Projekt des Themas Stadtentwicklung geben. Danach wird Ihnen Janine die Landsberger Spatzen näher bringen.
Außerdem beschlossen wir Zeitzeugen, die hier in Landsberg heimisch sind, zu unseren gruppenspezifischen Themen zu befragen. Unterstützt wurden wir von unserer Geschichtslehrerin Frau Rudolph.
Auch auf medialer Ebene wurden wir tätig und versuchten in einer weiteren Darstellungsform, dem Interview eines Zeitzeugen, Eindrücke einzufangen. Dank des Wettiner Fernsehens bekamen wir die Möglichkeit ,die Interviews filmen zu lassen und sie im Nachhinein im Unterricht selbst zu bearbeiten, um uns dann auf diese zu beziehen. Natürlich ist ein Gespräch mit einem Zeitzeugen aufschlussreicher und interessanter als die meiste Fachliteratur. Die subjektiven Eindrücke der Zeitzeugen ließen uns das Leben der DDR rekonstruieren, welches wir nie kennengelernt haben – im Gegensatz zu unseren Eltern, die uns somit stückweit prägten.
Es begann unsere Arbeit im Museum, in die wir viel Mühe in die Gestaltung des Raumes steckten. Die uns zur Verfügung gestellten Materialien unserer Eltern, Verwandten und Bekannten stellten wir in Glasvitrinen aus,wie Sie hier gut sehen können. Die ausgestellten Objekte werden ergänzt durch die daneben hängenden Darstellungen und Beschreibungen.
Wir hoffen,Sie finden Gefallen an unserer Ausstellung und dass wir vielleicht einige schöne Erinnerungen wecken an eine vielleicht nicht unkomplizierte, aber dennoch sehr schöne Zeit, an die es sich zu erinnern lohnt.
Letztlich möchte ich Sie noch darauf aufmerksam machen, dass wir ab 14.30 Uhr Videos der einzelnen Zeitzeugen und der 1025 Jahr – Feier hier im Raum präsentieren.
Auch für Ihr leibliches Wohl ist gesorgt. Sie können sich unten DDR typische Speisen zu Genuss kommen lassen, die unsere Parallelklasse vorbereitete. Der Erlös dieser Speisen und Getränke geht in unsere Abiturkasse für das Jahr 2011. Wir würden uns  sehr freuen, wenn sie unsere Arbeit vielleicht mit einer kleinen Spende belohnen würden. Wir danken Ihnen im Voraus ganz herzlich.
In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen noch einmal ganz herzlich für Ihre Mitarbeit und Ihre Unterstützung danken, denn ohne Sie würden wir jetzt noch am Anfang, konfrontiert mit vielen Fragen, stehen.
Ganz herzlich bedanken wir uns bei der Museumsleitung, bei unserer Lehrerin Frau Rudolph und HerrnWerner-Bentke, die uns die Möglichkeit gaben, das Projekt zu gestalten, durchzuziehen und somit einen anderen Blick auf die DDR-Geschichte zu bekommen, und sie vielleicht besser zu verstehen, wenn man mit Personen in Kontakt treten kann, die diese Zeit durchlebten. Das Projekt hat uns viel Spaß, aber auch sehr viel Mühe und Arbeit abverlangt. Doch schließlich, mit Blick zurück, denke ich, können wir stolz auf uns sein, etwas Ungreifbares greifbar gemacht zu haben.
Uns bleibt jetzt nur noch zu sagen, dass wir Ihnen viel Spaß bei der Zeitreise in die Vergangenheit wünschen. Bei Fragen oder Wünschen stehen wir Ihnen als Gruppen natürlich sehr gern zur Verfügung. Präsentation der ErgebnisseIch möchte Ihnen nun die Ergebnisse unseres Projektes zum Thema “Stadtentwicklung in Landsberg” präsentieren.Die dafür verwendeten Informationen erhielten wir aus den Gesprächen mit Herrn Borgass und Frau Smolinski, welche wir mithilfe der Chronik von Landsberg wissenschaftlich überprüften.Uns fiel auf, dass Landsberg eine sehr interessante Entwicklung speziell in der Zeit von 1963-1989 nachzuweisen hat.Eine der ersten und zugleich aufwendigsten Bauprojekte begann bereits im Jahre 1957 mit der Gründung der AWG, der so genannten Arbeiter-Wohn-Gemeinschaft in der Otto-Quandt-Straße, welche sich in der Nähe des Landsberger Stadtteils Gütz befindet. Dieser Bau, der bis in die 60er-Jahre andauerte, stellte neuen Wohnraum für die wachsende Bevölkerung der Stadt dar, speziell für die Arbeiterklasse, wie man aus dem Namen bereits schließen kann.Eine weitere wesentliche Umgestaltung fand schon ab Beginn des 20.Jh am jetzigen Felsenbad Landsberg statt. Bei Sprengungsarbeiten im damaligen Steinbruch kam es zu Schäden an der Doppelkapelle, woraufhin man sich entschied, den Bergbau zu stoppen und den Steinbruch mit Wasser zu füllen. Aus dem daraus entstandenen Tümpel entstand durch mehrere Umgestaltungen und Erneuerungen das heute so beliebte Felsenbad Landsberg.Auch die Schulen in Landsberg veränderten sich zusehens. Die Berg-schule, die zu NS-Zeiten noch ein HJ-Heim darstellte, bekam von 1961 bis 1963 ihren ersten Anbau angesichts der wachsenden Schülerzahlen. Dem folgten im Jahr 1979 der Bau der Turnhalle, welche sich heute zwischen Gymnasium und Sekundarschule befindet und der Bau der Polytechnischen Oberschule im Jahr 1983, welcher zur erneuten Entlastung der Bergschule diente. Kurz darauf, im Jahr 1986, wurde das Museum aus der Bahnhofstraße in die Bergschule verlegt, wo es bis heute Bestand hat.Die Gegend um den Marktplatz erfuhr ebenfalls eine Umstrukturierung. So wurde 1989 ein Duplikat der Postsäule auf dem Marktplatz errichtet, 160 Jahre nachdem das Original versteigert wurde und anhand eines wieder gefundenen Teiles komplett rekonstruiert wurde. Die kleinen Privatgeschäfte am Markt wurden zu staatlichen HO-Läden, auch als Konsums bekannt.In den 80er-Jahren kam es zum Verfall des Bahnho