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Teilnahme am interkulturellen Austausch vom 28.03. bis 05.04.2009 - Experiences of Young people in Europe

Als wir am späten Abend unsere gespannt erwartete Reise nach Schweden antraten, hatten wir uns wahrscheinlich schon sämtliche Gedanken über dieses, für die meisten von uns, noch sehr unbekannte Land gemacht. Jeder von uns insgesamt 20 Schülern aus dem Christian-Wolff-Gymnasium aus Halle und dem Gymnasium Landsberg hatte seine ganz eigenen Beweggründe an diesem interkulturellen Austausch, der unter dem Motto" Experiences of Young people in Europe" stattfand, teilzunehmen. Aufgabe des gesamten Austauschprogramms ist es, Jugendliche aus der gesamten EU zu verbinden um sich bei sinnvollen Projektarbeiten besser kennen zulernen und zu verstehen. Mich bewog vor allem das Land Schweden an sich. Auch wenn es für mich Mitteleuropäer eher unexotisch ist und im Gegensatz zum Rest der Welt auch " nur um die Ecke" scheint, so hatte es schon immer einen ganz besonderen Reiz für mich. Wahrscheinlich lag es daran, dass so viel über Schweden bekannt ist, ich mir aber selbst noch nie wirklich ein Bild machen konnte und ich wusste, dass es noch sehr viel gibt, was ich über Schweden in Erfahrung bringen möchte. Somit ergriff ich meine Chance und befand mich also im Bus Richtung Skandinavien. Wir waren alle sehr aufgeregt und unterhielten uns darüber, ob denn alles so wird, wie es uns erzählt wurde und vor allem, wie wir uns es so vorstellen. Ich versuchte trotz allem meine Reise, erfahrungsgemäß, eher unbefangen und ohne große Erwartungen anzutreten. Erstens weiß man nie, ob gewisse Erzählungen stimmen, die sich schnell zu unerwünschten Vorurteilen bilden können, zweitens ist die Enttäuschung nicht so groß, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden, die man erst gar nicht hat. Wobei man bezogen auf die Vorurteile sagen muss, dass ich schon neugierig war, ob kleinere Klischees, wie die großen blonden Menschen und die bunten Holzhäuser, umzäunt von ganz viel Wald, Seen und Elchen, wirklich zutreffen – zugegebenermaßen eher schmeichelhafte Vorurteile. Auch freuten wir uns schon alle sehr auf unsere Gastgeber, jedoch machten wir uns natürlich auch viele Gedanken darüber, ob die Schweden denn auch nett seien, wie wir in unserer Gastfamilie aufgenommen würden und wie die Schule wohl so sei. Auch der Umstand, dass wir die gesamte Woche größtenteils nur auf unser Englisch angewiesen sind, beschäftigte viele. Letzteres ist es sowieso das Beste, alles einfach auf sich zukommen zu lassen und immer positiv zu denken, alles andere ergibt sich dann von selbst. Als wir dann endlich in Schweden ankamen, erübrigten sich dann alle Sorgen im Vorfeld sowieso. Wir wurden herzlich empfangen und fühlten uns sofort willkommen. Auch nach einer Nacht in unserer Gastfamilie gab es so gut wie nichts, was wir zu beanstanden hatten. Eher erzählten wir unseren überraschten Lehrern, wie wohl wir uns fühlen und vor allem, wie toll wir Schweden finden. Besonders die Schule in der Kleinstadt Lerum hatte es uns allen angetan. Es war alles so groß und modern. Zudem nutzen die Schüler ganz andere Mittel, als wir es an deutschen Schulen haben. Es gab sämtliche Medien, die für alle zugänglich waren, wie zum Beispiel ein Heer an Computern, welches fast die Anzahl an Schülern übertraf. Außerdem besaß die Schule einen großen Speisesaal, wo alle Schüler kostenlos Mittagessen konnten, auch ihre Schulbücher erhalten sie in Schweden kostenlos. Zudem gab es eine riesige Werkstatt, ein Tonstudio und eine Theaterbühne. Wobei uns auch gesagt wurde, dass dies selbst in Schweden nichts Selbstverständliches sei. Trotzdem beeindruckte es uns und wir gingen daher voller Elan an unsere Arbeit für die Präsentation, die wir am Ende der Woche alle vortragen mussten. Jede Gruppe, die aus sechs bis acht deutschen und schwedischen Schülern bestand, musste eine Präsentation unter einem bestimmten Thema erarbeiten. Da gab es zum Beispiel Themen wie "Alkohol und andere Drogen", "Vorurteile", oder "Jugendkultur", jeweils im Vergleich zwischen Schweden und Deutschland. Wir deutschen Schüler hatten natürlich nicht nur die Gelegenheit Schweden unter einem theoretischen Aspekt kennenzulernen, natürlich hatten wir auch viele verschiede Programmpunkte um das Land auch hautnah zu erleben. Auf diesen Programmpunkten stand oft ein Ausflug nach Göteborg. Das lag daran, dass Göteborg die zweitgrößte Stadt Schwedens ist und zudem nur etwa 20 Minuten von Lerum entfernt ist. Somit hatten wir die Gelegenheit uns berühmte Sehenswürdigkeiten anzuschauen, Flora und Fauna im riesigen Stadtpark zu erkunden und natürlich um Schoppen zu gehen. Ich empfand Göteborg als eine sehr vielseitige Stadt, was sie für mich sehr aufregend machte. Mir gefiel besonders, dass sie eine sehr grüne Stadt ist, die trotzdem den Charme einer Großstadt mit einem regen Tag- und Nachtleben nicht verloren hat. Auch die Architektur war sehr schön. Wir hatten natürlich auch außerhalb Göteborgs viele schöne Erlebnisse, die uns sehr viel Spaß gemacht haben und uns immer wieder über dieses schöne Land staunen ließen. Einmal waren wir an einem See,um schwedischen Brennball zu spielen: Schweden gegen Deutsche – na ja, wenigstens wurde uns versichert, dass wir bis jetzt die passabelsten Deutschen gewesen seien, gegen die sie gewonnen haben. Am aller besten hat mir immer noch der Ausflug auf die Insel Mastrand gefallen, wo wir auch eine Nacht in einer Jugendherberge verbracht haben. Die Insel an der westschwedischen Küste war wirklich ein Besuch wert. Besonders erwähnenswert war der Umstand, dass wir durch die gemeinsame Nacht mit allen Schülern die Gelegenheit hatten, uns alle noch intensiver kennenzulernen. Die Schweden haben an diesem Abend für uns gekocht, wir machten den Abwasch und saßen noch bis in die späte Nacht zusammen, spielten Spiele, sangen und unterhielten uns. Nicht nur dieser Abend war sehr toll, die gesamte Woche verlief wirklich sehr schön und harmonisch. Sollte es doch mal einige Probleme gegeben haben, konnte man sie sehr schnell wieder aus der Welt schaffen, da wir uns alle wirklich gut verstanden. Auch wenn wir uns am Ende dieser einmaligen Woche sehr über den guten Verlauf unserer Präsentationen freuten, betrübte uns aber auch der bald bevorstehende Abschied. Er war zwar traurig, allerdings nicht endgültig, da uns die Schweden ja schon im September in Deutschland besuchen kommen. Trotzdem fiel es schwer sich von diesem Land trennen zu müssen, welches mir so gut gefallen hat. Ich bin mir sicher, dass das nicht meine letzte Reise nach Schweden gewesen sein wird. Es war für uns alle eine wirklich erfahrungsreiche Reise, die uns alle ein Stückchen Schweden mit nach Hause nehmen ließ, samt all der wunderschönen Natur und der Gastfreundlichkeit der Menschen.mehr Bilder

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