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Trennung, Mauer, Widerstand – Eindrücke vom Geschichtstag der Klassenstufe 10

Am 3. Februar 2010 war es wieder einmal so weit. Der alljährlich stattfindende Geschichtstag führte die 10. Klassenstufe des Gymnasiums Landsberg nach Leipzig. Mitsamt den Geschichtslehrern der jeweiligen Klassen besuchten
sie das zeitgeschichtliche Forum, um die im Unterricht bearbeitete Thematik der Teilung Deutschlands zu vertiefen.
Vom Leipziger Hauptbahnhof aus, welchen die Schüler per Zug erreichten, begaben sich alle im Klassenverband zur Grimmaischen Straße 6. Dort wurden sie schon von den Gruppenbetreuern erwartet und zudem mit modernen Audioguides ausgestattet. Somit konnte die Führung durch die Dauerausstellung beginnen, die mit einem kurzen Rückblick in die Nachkriegszeit eingeleitet wurde.
Der Chronologie folgend, wurden den Schülern mithilfe von zahlreichen Dokumenten, Filmen und Aussagen von Zeitzeugen die Verhältnisse im geteilten Deutschland nähergebracht. Dabei gingen die Betreuer besonders auf die Gegensätze zwischen Ost und West ein. So wurden den Besuchern beispielsweise Wahlzettel aus der damaligen Zeit präsentiert, die etwa die Unterschiede zwischen beiden politischen Systemen deutlich machten. Ferner wurden auch weiterführende Themen behandelt, welche im Unterricht bis zu diesem Zeitpunkt kaum oder gar nicht betrachtet werden konnten, wie z.B. die Ereignisse rund um den „Prager Frühling“ oder die Stasithematik.
Dabei war der Detailreichtum bei der sehr anschaulichen Darstellung des ostdeutschen Alltags und der unterschiedlichen Lebensweisen in DDR und BRD beeindruckend. Den Schülern wurde durch den Nachbau einer typischen Plattenbauwohnung und eines Kleingartens die Wohnkultur der Ostdeutschen gezeigt. Dass die DDR-Bürger dabei trotzdem auf Individualität achteten, kam ebenfalls zum Ausdruck.
Ein weiterer großer Schwerpunkt lag auf der Widerstandsbewegung und der friedlichen Revolution, welche bekanntermaßen unter anderem von der Leipziger Nikolaikirche und den dort stattfindenden Montagsdemonstrationen ausging (Oktober 1989). Somit wurde auch auf den regionalen Aspekt Wert gelegt.
Gegen Ende der Führung wurde zudem noch auf die Probleme nach der Wiedervereinigung hingewiesen und auch einige der heutigen Zeit wurden beleuchtet. Die freundlichen Betreuer des Forums leiteten die Zuhörer sicher und mit großem Sachverständnis durch die sehr informative Ausstellung. Sie fanden auf alle Fragen der Schüler (und Lehrer) eine Antwort und
konnten teils auch aus ihren eigenen Erfahrungen berichten.
Nach dem Rundgang bestand die Möglichkeit, sich je nach persönlichem Interesse bestimmte Ausstellungsräume genauer anzusehen. Anlass dazu bot beispielsweise die zu dieser Zeit stattfindende Wanderausstellung
zum Thema „Sport im geteilten Deutschland“. Nach der Rückkehr zum Bahnhof trennten sich die Wege und die Zehntklässler gingen mit einem erweiterten Geschichtsverständnis nach Hause, welches sie im bloßen Unterricht wohl nicht erlangt hätten. Der Geschichtstag hat damit wieder einmal dazu beigetragen, dass sich Schüler und Lehrer gleichermaßen eingehender
mit der deutschen Geschichte beschäftigen.